

Das Schloss - Die Geschichte
Perle des Barocks
Großzügige, repräsentative Bauten sind typisch für die Zeit des Barocks. Auch der Auftraggeber des Wurzacher Schlosses, Graf Ernst Jakob von Waldburg-Wurzach, erweiterte von 1723 – 1727 seine Residenz zu einer ausgewogenen Dreiflügelanlage. Sie öffnet sich hufeinsenförmig zur Stadt hin und war mit einer weit reichenden Parkanlage verbunden.
Das Schloss entwickelte sich schnell zum Zentrum höfischer Musik und Malerei. Von 1922 – 1995 wurde es vom Orden der Salvatorianer als Lateinschule und Internat benutzt. Im berühmten Barocktreppenhaus finden auch heute weithin bekannte Residenzkonzerte statt.
Im April 2004 wurde die Stiftung Kulturdenkmal Schloss Bad Wurzach gegründet. Stiftungszweck ist der Besitz, Erhalt, Unterhalt und die Förderung der Gebäude und seiner Parkanlagen.
Das barocke Treppenhaus
Das Barocktreppenhaus ist das Herzstück des Wurzacher Schlosses und gilt als Höhepunkt der Baukunst des oberschwäbischen Spätbarock.
In elegantem Bogen führen die beiden Sandstein-Treppen, gesäumt von Balustraden und Putten, schwungvoll über drei Stockwerte hinauf, sich in jeder Etage anmutig vereinend.
Der unbekannte Künstler errichtete das Treppenhaus in einer Kulissenarchitekturtechnik, die durch verschiedene Kunstgriffe eine weite Perspektive vortäuscht: Das Treppenhaus ist mitten in das Schloss hinein gebaut, gemalte Fenster erwecken jedoch den Eindruck von Öffnung nach allen Seiten. Die Stufen werden nach oben hin niedriger. Gefasste Holzteile täuschen Marmor und Alabaster vor. Säulen, Geländer, Figuren und Schmuck bieten dem Auge eine überquellende Pracht. Die ovalen Elemente und das Spiel von Licht und Schatten geben dem Aufgang Lebendigkeit.
Das Deckengewölbe, der Olymp, ist von unterschiedlichen Künstlern gemalt und zeigt in üppiger Farbenpracht den antiken olympischen Götterhimmel und sein Personal mit der Herkules-Sage.
Die Schlosskapelle
1422 erstmal urkundlich erwähnt, ist die Schlosskapelle der älteste Teil des Schlosses. Ihre künstlerischen Elemente wirken im Vergleich zur üppigen Pracht des Treppenhauses schlicht, aber edel. Bei der Renovierung in den Jahren 1996/97 erhielt die Kapelle ihre ursprüngliche Größe zurück. Seither fällt von der Nordseite wieder Licht ein. Hell und feierlich lädt sie ein zu Ruhe und Besinnung.

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